Leitlinien der deutschen Pelzwirtschaft zum Tier- und Artenschutz

Die deutsche Pelzbranche ist in der Verantwortung. Sie muss für eine einwandfreie legitime Herkunft der von ihr genutzten Naturgüter garantieren. Deshalb unterwirft sie sich den folgenden Leitlinien:

1. Das Kürschnerhandwerk und die gesamte Pelzbranche in der Bundesrepublik Deutschland, ihre Betriebe und jeder einzelne Mitarbeiter teilen mit allen Menschen die Fürsorgepflicht gegenüber der Natur, ihrer Artenvielfalt und ihren Ressourcen.

2. Mehr als andere sind wir dem Schutz wildlebender Tierarten vor Übernutzung oder Ausrottung verpflichtet, ebenso der fürsorglichen Haltung jener Tiere, die der Mensch aufzieht, um sich und seine Haus- und Nutztiere zu ernähren oder sich zu kleiden.

3. Wir bekennen uns dazu, dass auch wirtschaftliches Denken an ethische Normen gebunden sein muss und die Verantwortung des Menschen für die Natur und ihre Ressourcen zu berücksichtigen hat. Das Ziel, diese zu schonen und zu bewahren, verfolgen wir für gegenwärtige und kommende Generationen.

4. In unserem traditionsreichen Handwerk, Handel und Gewerbe nutzen wir Häute von Tieren für elementare Bedürfnisse des Menschen nach Wärme, Schutz und Schmuck.

5. Für den Umgang mit Haus- und Nutztieren allgemein und mit Pelztieren im besonderen fühlen wir uns verpflichtet, deren Bedürfnisse und Anpassungsfähigkeit an die Aufzucht und Haltung durch den Menschen zu erforschen und auf eine Berücksichtigung der Ergebnisse in der Praxis unter Kontrolle von Veterinären zu drängen. Das Schlachten oder Töten der Tiere muss angstfrei und leidensarm erfolgen.

6. Wir stehen zu den Gesetzen, Verordnungen und Ausführungs -bestimmungen zum Tierund Artenschutz. Die gleiche Verpflichtung verlangen wir von Farmern, Züchtern, Jägern und Trappern, auf die wir notfalls moralischen und wirtschaftlichen Druck ausüben.

7. Wir verpflichten uns, dafür zu sorgen und darüber zu wachen, dass durch unser Handwerk und Gewerbe keine Tierart in Ausrottungsgefahr gerät. Da wir die Erhaltung natürlicher Lebensräume nur wenig beeinflussen können, fordern wir für den Schutz der Spezies und ihrer Biotope eindeutige gesetzliche Regelungen, Vorschriften und Kontrollen sowie deren strikte Durchsetzung.

8. Beim Nachweis oder begründeten Verdacht einer Artengefährdung sind wir bereit, mit Verzicht oder Selbstbeschränkung über geltendes Recht hinauszugehen. Sinnvolle Projekte der Populations-Erfassung wildlebender Tiere und der Verhaltensforschung für gehaltene Kreaturen werden wir mit finanzieller Förderung unterstützen.

Diese Leitlinien sind 1989 in Kraft getreten.
Veröffentlichung: Deutsches Pelz Institut